Die Frostschutzberegnung im Obstbau beruht auf einer zufälligen Beobachtung. Seit den fünfziger Jahren wurde die Frostschutzberegnung durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse revolutioniert und stets weiterentwickelt. Auch wir nutzen seit vielen Jahren diese positive Entdeckung im Obstbausektor.
Durch die Frostschutzberegnung ist es uns möglich die Blüte der Äpfel vor auftretenden Nachtfrösten zu schützen und somit den Ertrag der Bäume weitestgehend zu sichern, denn wenn die Blüte erfroren ist, ist eine Befruchtung nicht mehr möglich. Aus diesem Grund sind unsere Obstplantagen mit Regnern ausgestattet, die in regelmäßigen Abständen in den Baumkronen befestigt sind. Während der Blütezeit werden ab Temperaturen von 0,5 °die Regner eingeschaltet. Durch mehrere Pumpen gelangt Wasser in die Beregnungsrohre, damit eine kontinuierliche Bewässerung möglich ist. Die Methode der Frostschutzberegnung macht sich physikalischen Gegebenheiten zu nutzen. Beim Gefrieren von Wasser wird Wärme freigesetzt, die die Blätter und Blüten vor Frostschäden schützt. Es bildet sich eine dünne Eisschicht auf den frostempfindlichen Blüten. Durch das Umwandeln von Wasser in Eis wird die sogenannte Erstarrungswärme freigesetzt, die Temperatur der Blüte sinkt demnach nicht unter den Gefrierpunkt. Es ist unerlässlich, dass beregnet wird bis die Temperatur über den Gefrierpunkt sinkt und das Eis vollkommen geschmolzen ist, ansonsten erfriert die Blüte.
Um dieses Verfahren sachgemäß ausführen zu können, brauchen wir viel Erfahrung, denn bestimmte Faktoren können den Frostschutz unter Umständen negativ beeinflussen. Wir benötigen genaue Kenntnisse über das Blütenstadium, um abzuwägen, ob eine Beregnung von Nöten ist. Außerdem ist die Beobachtung des Wetters maßgeblich für das Gelingen der Beregnung. Aus diesem Grund benutzen wir präzise Messinstrumente, die die genaue Temperatur anzeigen, sowie den Feuchtigkeitsgehalt der Luft messen (z.B. muss die relative Luftfeuchtigkeit mindestens 80% betragen, die Windgeschwindigkeit muss unter 2 m/s liegen).
In unserer Region treten Spätfröste fast ausschließlich nachts auf. Vor dieser Periode werden alle Maschinen gewartet und auf ihre Funktion überprüft, um Komplikationen beim notwendigen Einsatz zu vermeiden.
Somit beschert uns die eine oder andere Nacht eine prächtige Eislandschaft, die uns für das Arbeiten in der Nacht belohnen.